Was ist Sepsis?
Sepsis (Blutvergiftung) ist die aggressivste Form einer Infektion durch Bakterien, Pilze oder anderer Mikroorganismen. Wenn diese Erreger oder von ihnen produzierte Gifte bei einer Infektion den ursprünglichen Entzündungsherd verlassen, weil es dem Körper nicht gelingt, die zunächst lokal begrenzte Infektion zu beherrschen, entwickelt sich im gesamten Körper eine heftige Entzündungsreaktion, die – wenn außer Kontrolle – sofort lebensbedrohlich werden kann.
Was passiert bei einer Sepsis?
Vor allem Patienten mit einem geschwächten Immunsystem (z.B. nach schwerer Verletzung, ausgedehnter Operation, Patienten mit Stoffwechselkrankheiten (z.B. Diabetes Mellitus) oder Tumoren, insbesondere auch ältere Menschen im Krankenhaus) werden am häufigsten von einer Sepsis betroffen.Bei diesen Patienten ist das Immunsystem quasi paralysiert, mit zum Teil falsch programmierten Reaktionsmechanismen. Dadurch können sich in den Körper eindringende (z.B. über die Luftwege, über den Darm oder über tiefe Wunden) Bakterien dann ohne wesentliche Gegenwehr vermehren. Die schwerste Form der Sepsis – der sog. septische Schock - ist charakterisiert durch eine kurzzeitige Überaktivierung der Immunzellen durch Bakteriengift (Toxine). Dabei kommt es zu einer Art ‚Bioexplosion’ mit massenhafter Ausschüttung von entzündungsaktiven Botenstoffen. Innerhalb von Stunden kommt es dann im Rahmen einer Ganzkörper-entzündung zum Versagen zahlreicher lebenswichtiger Organsysteme,
wie Lunge, Niere, Leber, Gerinnungssystem.



